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Wie das funktioniert und wo das im Gesetz steht, haben wir detailliert für Sie aufgeschrieben.

1. Bei einer Immobilienfinanzierung, die durch eine Grundschuld besichert ist, steht es jedem Darlehensnehmer, bei dessen Darlehen über einen bestimmten Zeitraum (über 10 Jahre) ein fester Zinssatz vereinbart wurde (sog. gebundener Sollzinssatz) zu, den Darlehensvertrag nach dem Ablauf von 10 Jahren ganz oder nur teilweise ohne Zahlung einer Vorfälligkeitsentschädigung zu kündigen, § 489 Abs. 1 Nr. 2 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch).

Wird dieses Kündigungsrecht gemäß § 489 Abs. 1 Nr. 2 BGB in Anspruch genommen, so muss der Darlehensnehmer eine sechsmonatige Kündigungsfrist für seine Baufinanzierung einhalten und nach Ablauf der Kündigungsfrist binnen 2 Wochen das restliche Darlehen an den Darlehensgeber zurückzahlen. Sonst gilt die Kündigung als nicht erfolgt, § 489 Abs. 3 BGB.

Die 10-Jahresfrist beginnt ein Tag nach dem das Baudarlehen vollständig an den Darlehensnehmer ausgezahlt wurde (vollständiger Empfang des Darlehens; §187 Abs. 1 BGB).

Zu den Musterschreiben zur Kündigung

Beispiel:

(Wochenende und Feiertage sind nicht berücksichtigt)

Vollständiger Empfang des Baudarlehens am 06.02.2009 (Vollauszahlung)

Fristbeginn der 10-Jahresfrist der Baufinanzierung am 07.02.2009

Die 10-Jahresfrist endet somit mit Ablauf des 06.02.2019 § 188 Abs. 2 BGB. Fällt das Ende der Frist auf ein Wochenende oder einen gesetzlichen Feiertag, gilt der nächste Werktag als Tag des Fristablaufs, § 193 BGB. Hinweis: Die Kündigung des Darlehens kann auch deutlich vor dem Fristablauf ausgesprochen werden.

Fristbeginn der 6-monatigen Kündigungsfrist der Baufinanzierung am 07.02.2019

Das Ende der sechsmonatigen Kündigungsfrist der Baufinanzierung ist demgemäß der 06.08.2019. Fällt das Ende der Frist auf ein Wochenende oder einen gesetzlichen Feiertag, gilt der nächste Werktag als Tag des Fristablaufs, § 193 BGB.

2. Endet die Sollzinsbindung der Immobilienfinanzierung bereits vor der vollständigen Tilgung des Baudarlehens, dann liegt für das Baufinanzierungsdarlehen keine feste Zinsbindung mehr vor. In diesem Fall kann eine Kündigung mit einer einmonatigen Kündigungsfrist ausgesprochen werden, sofern keine neue Vereinbarung für einen festen Sollzins und eine neue Sollzinsbindung vereinbart wurde. Wurde ein neuer fester Sollzins vereinbart, so kann der Darlehensnehmer nur zu dem Tag, an dem die Sollzinsbindung endet kündigen, § 489 Abs. 1 Nr. 1 BGB.

Das Kündigungsrecht für eine Baufinanzierung kann nicht durch den Darlehensvertrag ausgeschlossen oder erschwert werden, § 489 Abs. 4 BGB.

3. Einen Darlehensvertrag für eine Immobilienfinanzierung mit veränderlichem Zinssatz kann der Darlehensnehmer jederzeit unter Einhaltung einer Kündigungsfrist von drei Monaten kündigen, § 489 Abs. 2 BGB.

Alle Angaben ohne Gewähr. Juristisch fixer Text

Übrigens: Der Termin zur Kündigung verfällt auch nicht, d.h. Sie können Ihr Darlehen mit einer 15 oder 20-jährigen Zinsfestschreibung auch nach 13 Jahren und 2 Monaten unter Einhaltung der 6-monatigen Kündigungsfrist ordentlich kündigen und durch die enorme Zinsersparnis Ihre Immobilie viel schneller abbezahlen.

Genial, oder? Jetzt muss nur doch der richtige Kündigungstermin und die abzulösende Finanzierungssumme berechnet werden und schon haben Sie nicht nur jede Menge Zinsen gespart, sondern sind dem mietfreien Wohnen um Jahre näher gekommen.

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