A

AGIO

Übersteigt der Auszahlungsbetrag eines Darlehens den Nominalbetrag, so spricht man von einem Agio (auch Aufgeld). Agios finden in der heutigen Zeit eher selten Anwendung, da sich der Darlehensgeber das Agio in For eines höheren Nominalzinssatzes vergelten lässt und in sofern kein wirtschaftlicher Vorteil für den Darlehensnehmer entsteht.

Ablehnung der Darlehensauszahlung

Die Bank kann die Auszahlung des Darlehens ablehnen, wenn die Auszahlungsvoraussetzungen vom Darlehensnehmer innerhalb der vertraglichen Frist nicht erfüllt werden. In diesem Fall wird eine Nichtabnahmeentschädigung fällig.
                                                                                                          

Abnahmeverpflichtung

Verpflichtung des Darlehensnehmers, das Darlehen innerhalb der vereinbarten Frist (Abnahmefrist) abzunehmen, d.h. durch Auszahlung in Anspruch zu nehmen.
                                                                                                          

Abschreibung

Betrag bzw. Methode zur Ermittlung der durch Nutzung eingetretenen Wertminderung. Fast jedes Wirtschaftsgut unterliegt Abnutzungen und hat deswegen nur eine bestimmte Nutzungsdauer Die einmaligen Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten des Wirtschaftsgutes werden auf diese gewöhnliche Nutzungsdauer verteilt (Absetzung für Abnutzung = AfA) und so der jährliche Abschreibungssbetrag ermittelt. Der Abschreibungsbetrag kann steuerlich geltend gemacht werden. Es gibt verschiedene Abschreibungsmethoden, z.B. die lineare Abschreibung, die degressive Abschreibung und die Leistungsabschreibung.
                                                                                                          

Abschreibung–degressive

Absetzung in abnehmenden Beträgen. Die jährlichen Abschreibungsbeträge ergeben sich z.B. als fester Prozentsatz vom Restbuchwert. Soweit ein Wohngebäude bis zum 28.02.1989 angeschafft bzw. hergestellt wurde, gelten folgende Abschreibungssätze: In den ersten vier Jahren je 7 %, in den folgenden sechs Jahren je 5% und in den darauf folgenden sechs Jahren je 2 % und in den folgenden vierundzwanzig Jahren je 1,25 %. Bei den übrigen Wohngebäuden, die der Steuerpflichtige hergestellt oder bis zum Ende des Jahres der Fertigstellung angeschafft hat, können gemäß §7 V EStG in den ersten acht Jahren je 5%, in den folgenden sechs Jahren je 2,5 % und in den anschließenden sechsunddreißig Jahren jeweils 1,25% der Herstellungs- bzw. Anschaffungskosten abgesetzt werden. Ein Erwerber des Gebäudes kann degressive Abschreibung nur beantragen, wenn der Hersteller des Gebäudes für das veräußerte Gebäude weder degressive noch erhöhte oder Sonder-AfA in Anspruch genommen hat. Für Betriebsgebäude im Besitz von Privatpersonen ist eine degressive Abschreibung nur noch möglich, wenn das Gebäude aufgrund eines vor dem 01.01.1994 gestellten Bauantrags hergestellt und vom Steuerpflichtigen aufgrund eines vor dem 01.01.1995 abgeschlossenen obligatorischen Vertrags angeschafft worden ist. Erfolgten die Herstellung bzw. die Anschaffung zu späteren Zeitpunkten, kann nur noch eine lineare AfA in Höhe von 4% gemäß §7 Abs.4 Nr.1 EStG in Anspruch genommen werden. Für Wirtschaftsgebäude können in den ersten vier Jahren je 10 %, in den folgenden drei Jahren je 5 % und in den danach folgenden achtzehn Jahren je 2,5 % abgesetzt werden. Eine degressive Abschreibung ist nur mit den gesetzlich vorgeschriebenen Staffelsätzen zulässig.
                                                                                                          

Abschreibung–lineare

Absetzung in jährlich gleichen Beträgen. Die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten werden gleichmäßig auf die gewöhnliche Nutzungsdauer verteilt. Gebäude, die nach dem 31.12.1924 fertig gestellt wurden, können mit 2 % jährlich (d.h. Nutzungsdauer 50 Jahre) der Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt werden. Gebäude, die vor dem 01.01.1925 fertig gestellt wurden, können mit 2,5 % jährlich (d.h. Nutzungsdauer 40 Jahre) der Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt werden. Gebäude, die zu einem Betriebsvermögen gehören und nicht Wohnzwecken dienen und für die ein Bauantrag nach dem 31.03.1985 gestellt wurde (= Wirtschaftsgebäude), werden über 25 Jahre mit 4 % jährlich abgeschrieben, vgl. § 7 IV Nr. 1 EStG. Bei kürzerer Nutzungsdauer kann die der tatsächlichen Nutzungsdauer entsprechende AfA vorgenommen werden.
                                                                                                          

Abtretung

Übertragung von Forderungen und Rechten vom bisherigen Gläubiger (Zedent) auf einen neuen Gläubiger (Zessionar) durch Vertrag. Abtretungsmöglichkeiten: Abtretung einer Grundschuld. Praktisch bedeutsam ist die Abtretung einer Grundschuld besonders bei Umschuldungen. Sie erübrigt die Eintragung einer neuen Grundschuld im Grundbuch zugunsten des neuen Darlehensgebers. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass die Bedingungen der abzutretenden Grundschuld den Anforderungen des neuen Gläubigers entsprechen (Zinssatz, Nebenleistungen, Vollstreckbarkeit). Auch die Teilabtretung von Grundschulden ist möglich. Abtretung von Rechten und Ansprüchen aus Bausparen oder Lebensversicherungen (Tilgungsaussetzung).
                                                                                                          

Abzahlungsdarlehen

Diese Darlehensart enthält die Absprache, dass die Tilgung durch, von Anfang an festgelegte, gleichgroße Raten (Teilbeträge) vorge¬nommen wird. Wenn die Tilgung in Raten zum Jahresende abge¬setzt wird, vermindert sich bei dieser nachschüssigen Zahlungs¬weise der Zins. Es entsteht eine ungleichmäßige Jahresbelastung an Zinsen bei gleich bleibenden Tilgungsraten. Mit fortschreiten¬der Tilgung nehmen die aufzubringenden Zinsen ab, da sie nur auf den jeweiligen Rest der Schuld bezahlt werden müssen. Damit wird die Jahresleistung, die sich aus den Zinsen und der Tilgungs¬rate zusammensetzt, von Jahr zu Jahr kleiner. Zu Beginn des Schuldendienstes ist sie am größten.
                                                                                                          

Allgemeinen Geschäftsbedingungen

Die so genannten Allgemeinen Geschäftsbedingungen ergänzen und vereinheitlichen Verträge. Sie erhalten nur dann Rechtsgültigkeit, wenn ausdrücklich auf sie verwiesen wird und der andere Vertragspartner mit ihrer Gültigkeit einverstanden ist. Sie dienen der Vereinfachung der Geschäftsbeziehung.
                                                                                                          

AfA

Abkürzung für Absetzung für Abnutzung. Ansatzpunkt sind die vorausgehenden Ausgaben für die Anschaffung oder Herstellung des Objekts, wie sie bei den Zahlungsströmen auf S. 2 dargestellt sind. Diese voll¬zogenen Investitionsausgaben verrechnet man nachträglich mit Hilfe der AfA auf die späteren laufenden Einnahmen. Eigentlich geht es darum, die Abnutzung des Gebäudes auch steuerlich zu berücksichtigen. Siehe auch Abschreibung
                                                                                                          

Allgemeine Darlehensbedingungen

Vertragsbedingungen der Bank die grundsätzlich für alle Kunden gelten die ein Darlehen aufnehmen. Gesetzliche Grundlage für diese Bestimmungen ist das AGB-Gesetz.
                                                                                                          

Amortisation

Die allmähliche Abtragung entsprechend einem festen Tilgungsplan innerhalb einer bestimmten Zeit nennt man Amortisation.
                                                                                                          

Amtlicher Lageplan

Die Flurkarte wird von den Kataster- bzw. Liegenschaftsämtern erstellt. Auf ihr erkennt die Bank die genaue Lage der Immobilie, den Grenzverlauf und ob eine Anbindung an die öffentlichen Verkehrswege vorhanden ist.

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Anderkonto

Siehe unter Notaranderkonto
                                                                                                          

Annuität

Die Annuität ist die für ein Darlehen vereinbarte gleich bleibende Rate pro Jahr und setzt sich aus einem Zins- und Tilgungsanteil zusammen. Durch die fortlaufende Tilgung sinkt der Zinsanteil während der Tilgungsanteil in gleichem Maße ansteigt. Dies resultiert aus dem abnehmenden Darlehensbetrag, auf den der Zins zu zahlen ist. Man spricht hier auch von den ersparten Zinsen. Die Annuität wird auf der Basis des Nominalzinssatzes und des Tilgungssatzes des Darlehens ermittelt.
                                                                                                          

Annuitätendarlehen

Bei dieser Darlehensart erfolgt die Tilgung, auch Amortisation genannt, durch von Anfang an für die gesamte Laufzeit gleich bleibende vereinbarte Jahresleistungen in Höhe eines gleich bleibenden Vom Hundertsatzes des Darlehens. Dieser Satz, die Annuität, besteht aus dem Ursprungszinssatz und dem Ursprungstilgungssatz. Der durch die fortschreitende Tilgung ersparte Zinsanteil dient der Tilgung. Der Tilgungsanteil wächst progressiv an, während die Zinsrate sich entsprechend vermindert.
 Dieser Vorgang des Tilgungszuwachses durch die Summe der jeweils ersparten Zinsen bringt mit dem überproportionalen Anwachsen der Tilgungsquoten eine Veränderung der Laufzeit des Darlehens zwangsläufig mit sich. Je höher der Zinssatz ist, der der Annuität zugrunde liegt, umso höher ist auch der Betrag der ersparten Zinsen. Das bedeutet, dass die Laufzeit des Darlehens bei gleichem Tilgungssatz durch die Höhe der Zinsen beeinflusst wird. Je höher die vereinbarten und gezahlten Zinsen, umso schneller ist bei gleich bleibender Annuität das Darlehen zurückgezahlt.
                                                                                                          

Anschlussfinanzierung

Fortsetzung der bisherigen Finanzierung nach Ablauf der Zinsbindungsfrist.
 In der Regel erhalten Sie von Ihrem Darlehensgeber bereits einige Wochen vor Ablauf ein Angebot zur Vertragsverlängerung. Je nach angebotener Kondition kann eine Umschuldung zu einem anderen Finanzierungsinstitut sinnvoll sein. Durch die Übertragung der Sicherheiten auf den neuen Darlehensgeber entstehen Kosten, wie z.B. die Abtretung der Grundschuld.
                                                                                                          

Anschlussgebühren

Gebühren insbesondere für Anlagen zur Versorgung mit Elektrizität, Gas und Wärme an die gemeindlichen Ver- und Entsorgungsleistungen, sowie für den Kanalanschluss.
                                                                                                          

Auflassung

Einigung zwischen dem Verkäufer und Käufer einer Immobilie über den Eigentumsübergang. Die Auflassung wird in der Regel im Rahmen des Kaufvertrages vom Notar beurkundet. Auflassung und Eintragung des Eigentumswechsels bewirken den Eigentumsübergang.

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Auflassungsvormerkung

Sichert den Anspruch des Käufers auf Eigentumsübertragung bis die endgültige Eintragung in Abt. II des Grundbuches erfolgt. Nach Eintragung der Auflassungsvormerkung sind Verfügungen und Belastungen ohne Zustimmung des Käufers unwirksam.
                                                                                                          

Aufteilungsplan

Um die Aufeilung eines Mehrfamilienhauses in Sonder- und Gemeinschaftseigentum vorzunehmen zu können bedarf es einer Teilungserklärung. Diese erfolgt durch die behördliche Genehmigung in Form eines Aufteilungsplanes sprich der vorbereiteten Bauzeichnung.
                                                                                                          

Auszahlungskurs

Prozentsatz des Darlehensbetrages in Prozent, den der Darlehensnehmer erhält.
                                                                                                          

Auszahlungsvoraussetzungen

Sehr aufmerksam muss man die Auszahlungsbestimmungen in den Darlehenszusagen für die Fremdmittel durchsehen. Wichtig ist, dass die Auszahlungsvoraussetzungen so zeitig wie möglich geschaffen werden (Grenzattest; Rohbauabnahme- und Gebrauchsabnahmeschein; der Nachweis der Nichtausübung oder des Nichtbestehens eines gesetzlichen Vorkaufsrechtes; eine Bestätigung, dass die Erschließungskosten bezahlt sind; Realrechtsbestätigung nach § 107 VVG bei privaten Versicherungsunternehmen über den Eintritt des Feuerversicherungsschutzes). Eintragungen in das Grundbuch erfordern manchmal Geduld. Bausparverträge stehen häufig nicht zu den gewünschten Zeitpunkten zugeteilt zur Verfügung. Vor- oder Zwischenfinanzierungsmittel sind zu beschaffen. Dingliche Sicherheiten müssen abgetreten werden.
 Der Verkäufer muss mitwirken, damit die erforderlichen Grund-pfandrechte mit richtigem Rang in das Grundbuch eingetragen werden können. Zur Sicherheit werden Auszahlungsansprüche gegen Darlehensgeber des Käufers abgetreten. Um die Vorleistung eines der beiden Vertragspartner zu vermeiden, empfiehlt es sich, einen Notar mit der Abwicklung des Vertrages zu beauftragen.
                                                                                                          

Aval

Siehe Bürgschaft

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